Der Wierturm

 

 

Dieser Turm wurde als Andenken an den Arzt Johann Weyer oder auch Wier errichtet, der vor ca. 400 Jahren auf der Burg gelebt hat. Es ist seinem Einfluss und dem der damaligen Gräfin Anna von Tecklenburg-Schwerin zu verdanken, dass Tecklenburg von dem damals aufkommenden Hexenwahn verschont geblieben ist.  Zwischen der Gräfin und Johann Weyer entwickelte sich eine langjährige Freundschaft, nachdem sie durch ihn von einer schweren Krankheit geheilt wurde. Sie interessierte sich außerdem selber sehr für Kräuterheilkunde und Medizin und es ist daher nicht verwunderlich, dass sie sich ebenfalls gegen den Hexenwahn stellte.

 Weyer verfasste mehrere medizinische Schriften, die veröffentlicht wurden. Berühmt wurde er jedoch mit seiner 1563 erstmals gedruckte Schrift De praestigiis daemonum (Von den Blendwerken der Dämonen). Diese erlebte zahlreiche Auflagen (und Übersetzungen), wurde auf den Index der verbotenen Bücher gesetzt und beispielsweise von den Hexentheoretikern Jean Bodin und Martin Anton Delrio bekämpft. Sie wurde zum Grundlagenwerk für alle Gegner der Hexenprozesse, indem sie frühere gelehrte Argumente gegen die Verfolgungen systematisierte. Weyer, der sich gegen den Hexenhammer wandte, sah in den angeblichen Hexen vom Teufel irregeleitete kranke Frauen, die der Melancholie verfallen waren und medizinischer Behandlung bedurften.

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